Lexikon
Finanzierung mit einem Forward-Darlehen
Ein Forward-Darlehen kann eine sehr attraktive Form eines Darlehens gerade bei langfristigen Finanzierungen sowie bei Anschlussfinanzierungen darstellen. Im Feld der Immobilienfinanzierungen, für das es in den 90er Jahren vor allem für den kommunalen und gemeinnützigen Bereich entwickelt wurde, ist diese Form von Darlehen mittlerweile sehr stark verbreitet.
Dabei wird der zu finanzierende Betrag erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt, die günstigen Konditionen aber schon in der Gegenwart festgeschrieben. Somit bietet ein Forward-Darlehen ein hohes Maß an finanzieller Planungssicherheit.
Der Darlehensnehmer wählt für den Abschluss eines Forward-Darlehens einen für ihn günstigen Zeitpunkt, nämlich dann, wenn er sich einen günstigen Zinssatz sichern kann. Zu diesem günstigen Zinssatz kommt zwar noch ein Aufschlag hinzu, der im Schnitt um die 0,74% liegt, aber von verschiedenen Faktoren bestimmt wird. Dafür hat der Darlehensnehmer die Sicherheit, dass er diese immer noch vergleichsweise günstigen Konditionen auch bei einem zukünftigen Vorhaben bekommt.
Der Auszahlungszeitpunkt kann bei einem Forward-Darlehen um mehrere Jahre in der Zukunft liegen. Unterscheiden kann sich allerdings der Beginn der Zinsbindungsfrist. Beginnt er bei einem echten Forward-Darlehen erst an dem Tag, an dem die Auszahlung erfolgt, so kann sich die Zinsbindungsfrist bei einem unechten Forward-Darlehen verkürzen, und zwar um genau den Zeitraum, an dem man den Darlehensvertrag abschließt.
Grundsätzlich spielt bei einem Forward-Darlehen die Wahl des richtigen Zeitpunktes eine große Rolle. Selbstverständlich lohnt es sich nicht, einen entsprechenden Vertrag zu einem Zeitpunkt abzuschließen, zu dem der Zinssatz vergleichsweise hoch wäre. Dennoch sollte immer bedacht werden, dass eine langfristige Prognose der Entwicklung des Zinssatzes nie möglich sein wird.